Pressestimmen

My Body is Your Body

Schwindelerregend
(Bernhard Krebs, Kölnische Rundschau, 17. Oktober 2018)

 

Das „Overhead Project“ brilliert mit „My Body is Your Body“ – Athletisch und schweißtreibend, so präsentiert sich die Tanz-Zirkus-Performance. Zwischen zwei Zuschauerrängen, (…), entwickelt das Performer-Trio in einer Choreographie von Tim Behren ein außergewöhnliches Spiel von Körper und Blicken, Sichtachsen und Symmetrien, von Bewegung, Kraft und scheinbarer Leichtigkeit. Die Gruppe zelebriert den menschlichen Körper, seine Widerständigkeit und Widerstandsfähigkeit, seine Schönheit und seine Beweglichkeit. Das ist streckenweise halsbrecherisch, und dem Publikum stockt nicht nur einmal der Atem. (…) Das Publikum ist nach 50 Minuten buchstäblich aus dem Häuschen (…..)

 

 

Die Erotik der Gleichheit
(Thomas Linden, choices.de, 28. Oktober 2018)

 

(…) Hier die muskulösen Oberkörper der Männer, dort die zarte Brust der Frau. Formale Gleichheit betont die Unterschiede von Charakter und Geschlecht. (…) Der Mann trägt die Frau, die Frau trägt den Mann. Es gibt zahlreiche Aktionen, die auf den Schultern und über Kopf abgewickelt werden. Oftmals mit dem weichen Schwung der Akrobaten, der dieser Produktion seinen Rythmus und seinen Ernst verleiht. (…)

Vor allem Mijin Kim sucht trocken und selbstbewusst die Konfrontation der Augenblicke mit dem Publikum. (…) Es ist diese Klarheit im Ausdruck, die sich in den wunderbar präzise getanzten Bewegungspassagen spiegelt und dieser Produktion ihren sinnlichen Erkenntnisgehalt verleiht. (…)

 

 

Körper fliegen übereinander
(Michael Scheiner, Tanznetz Regensburg, 03. Dezember 2019)

 

(…) Im Hintergrund eskalierte eine undefinierbare Musik aus Gezirpe, Geräuschen und Zischen ganz sacht die latent ungemütliche Stimmung. Daraus entwickelte sich ein dynamisch-kraftvolles Spiel aus Hand- und Schulterständen, aus Wanken und Stürzen und präzisen Sprüngen, die mitten in der Bewegung gestoppt und zurückgeworfen wurden. Dieser schweißtreibende physische Akt nahm das Publikum in Beschlag. (…)

Beim Abgang eines Tänzerakrobaten übernahm Kim mit unverhohlener Angriffslust dessen Rolle und stellte die erwartbaren Geschlechterklischees nicht nur einfach in Frage, sondern mit kühl distanzierender Miene auf den Kopf. (…) die Körper flogen erneut übereinander, stürzten aufeinander zu und türmten sich in vertikaler Aufwärtsbewegung zu einer berührenden Zärtlichkeit und Poesie. Dabei scheint sich die Choreografie in einer Rückwärtsbewegung zu wiederholen, um am Ende am Ausgangspunkt zu landen.

Der tosende Applaus – (…) mehr als verdient. Dieser Tanzabend war ein Erlebnis ganz eigener Klasse – phänomenal und atemberaubend.

 

 

Die Unmöglichkeit symmetrischer Beziehungen
(Seda Niğbolu, Tanzschreiber Berlin, 01. Februar 2020)

 

Das Stück “My Body is Your Body” von der Kölner Kompanie Overhead Project unter der Leitung des zeitgenössischen Zirkus- und Tanzkünstlers Tim Behren, nimmt sich die Konstruktion von Ordnung als
Ausgangspunkt, in zwei Bereichen, wo diese Versuche besonders sichtbar sind: Die Theaterbühne und die Politik. (…) Die drei Tänzer*innen/Akrobat*innen in Anzügen weisen den Zuschauer*innen ihre Sitzplätze an. Eine Geste der Kontrolle hinter der Fassade der Höflichkeit. Die Bequemlichkeit, sich keine Gedanken über den besten Sitzplatz machen zu müssen, vermischt sich in einen inneren Widerstand gegen Unterwerfung. (…)

(…) Und was ist, wenn unsere Emotionen zum Stück im Gesicht unseres Gegenübers kein Echo Anden? Einsamkeit, Nervosität, Gleichgültigkeit? Die gegenüberliegenden Sitzplätze sind gleichzeitig ein Hinweis auf die Zirkustradition, die eine kreisförmige Sitzordnung vorsieht. (…) Wenn die drei Protagonist*innen des Abends, Leon Börgens, Leonardo García und Mijin Kim – jede*r von einem anderen Kontinent der Welt – (…) anfangen
sich zu bewegen, wird es deutlich, dass keine*r dieselbe Erfahrung macht. (…)

(…) Dialoge zwischen zwei Körpern muten an wie ein Duell. Aber eines, das viel Vertrauen braucht, denn im Zirkus dreht sich vieles um Vertrauen und Risiko. (…) Und das Vertrauen der Zuschauer*innen in die Akrobat*innen, wenn beispielsweise einer mit einem anderen auf seinen Schultern auf uns zuläuft und wir nicht nur von der Körperbeherrschung fasziniert sind, sondern gleichzeitig die Gefahr ihres Verlusts nie ganz ausschließen können.

(…) Es nimmt sein Ende genau dort, wo es angefangen hat. Nur ist nichts mehr so, wie es vor knapp einer Stunde war. Die ruhigen, neugierigen Blicke der Zuschauer*innen am Anfang sind jetzt voller Verwunderung. Die ordentlichen Anzüge der Performer*innen sind nun verschwitzt. (…)

(…) Overhead Projects Verständnis von Tanz und Zirkus und die Fähigkeiten seiner Performer*innen sind eine Bereicherung für die Anhänger*innen beider Disziplinen.

 

My Body is Your Body

Schwindelerregend
(Bernhard Krebs, Kölnische Rundschau, 17. Oktober 2018)

 

Das „Overhead Project“ brilliert mit „My Body is Your Body“ – Athletisch und schweißtreibend, so präsentiert sich die Tanz-Zirkus-Performance. Zwischen zwei Zuschauerrängen, (…), entwickelt das Performer-Trio in einer Choreographie von Tim Behren ein außergewöhnliches Spiel von Körper und Blicken, Sichtachsen und Symmetrien, von Bewegung, Kraft und scheinbarer Leichtigkeit. Die Gruppe zelebriert den menschlichen Körper, seine Widerständigkeit und Widerstandsfähigkeit, seine Schönheit und seine Beweglichkeit. Das ist streckenweise halsbrecherisch, und dem Publikum stockt nicht nur einmal der Atem. (…) Das Publikum ist nach 50 Minuten buchstäblich aus dem Häuschen (…..)

 

 

Die Erotik der Gleichheit
(Thomas Linden, choices.de, 28. Oktober 2018)

 

(…) Hier die muskulösen Oberkörper der Männer, dort die zarte Brust der Frau. Formale Gleichheit betont die Unterschiede von Charakter und Geschlecht. (…) Der Mann trägt die Frau, die Frau trägt den Mann. Es gibt zahlreiche Aktionen, die auf den Schultern und über Kopf abgewickelt werden. Oftmals mit dem weichen Schwung der Akrobaten, der dieser Produktion seinen Rythmus und seinen Ernst verleiht. (…)

Vor allem Mijin Kim sucht trocken und selbstbewusst die Konfrontation der Augenblicke mit dem Publikum. (…) Es ist diese Klarheit im Ausdruck, die sich in den wunderbar präzise getanzten Bewegungspassagen spiegelt und dieser Produktion ihren sinnlichen Erkenntnisgehalt verleiht. (…)

 

 

Körper fliegen übereinander
(Michael Scheiner, Tanznetz Regensburg, 03. Dezember 2019)

 

(…) Im Hintergrund eskalierte eine undefinierbare Musik aus Gezirpe, Geräuschen und Zischen ganz sacht die latent ungemütliche Stimmung. Daraus entwickelte sich ein dynamisch-kraftvolles Spiel aus Hand- und Schulterständen, aus Wanken und Stürzen und präzisen Sprüngen, die mitten in der Bewegung gestoppt und zurückgeworfen wurden. Dieser schweißtreibende physische Akt nahm das Publikum in Beschlag. (…)

Beim Abgang eines Tänzerakrobaten übernahm Kim mit unverhohlener Angriffslust dessen Rolle und stellte die erwartbaren Geschlechterklischees nicht nur einfach in Frage, sondern mit kühl distanzierender Miene auf den Kopf. (…) die Körper flogen erneut übereinander, stürzten aufeinander zu und türmten sich in vertikaler Aufwärtsbewegung zu einer berührenden Zärtlichkeit und Poesie. Dabei scheint sich die Choreografie in einer Rückwärtsbewegung zu wiederholen, um am Ende am Ausgangspunkt zu landen.

Der tosende Applaus – (…) mehr als verdient. Dieser Tanzabend war ein Erlebnis ganz eigener Klasse – phänomenal und atemberaubend.

 

 

Die Unmöglichkeit symmetrischer Beziehungen
(Seda Niğbolu, Tanzschreiber Berlin, 01. Februar 2020)

 

Das Stück “My Body is Your Body” von der Kölner Kompanie Overhead Project unter der Leitung des zeitgenössischen Zirkus- und Tanzkünstlers Tim Behren, nimmt sich die Konstruktion von Ordnung als
Ausgangspunkt, in zwei Bereichen, wo diese Versuche besonders sichtbar sind: Die Theaterbühne und die Politik. (…) Die drei Tänzer*innen/Akrobat*innen in Anzügen weisen den Zuschauer*innen ihre Sitzplätze an. Eine Geste der Kontrolle hinter der Fassade der Höflichkeit. Die Bequemlichkeit, sich keine Gedanken über den besten Sitzplatz machen zu müssen, vermischt sich in einen inneren Widerstand gegen Unterwerfung. (…)

(…) Und was ist, wenn unsere Emotionen zum Stück im Gesicht unseres Gegenübers kein Echo Anden? Einsamkeit, Nervosität, Gleichgültigkeit? Die gegenüberliegenden Sitzplätze sind gleichzeitig ein Hinweis auf die Zirkustradition, die eine kreisförmige Sitzordnung vorsieht. (…) Wenn die drei Protagonist*innen des Abends, Leon Börgens, Leonardo García und Mijin Kim – jede*r von einem anderen Kontinent der Welt – (…) anfangen
sich zu bewegen, wird es deutlich, dass keine*r dieselbe Erfahrung macht. (…)

(…) Dialoge zwischen zwei Körpern muten an wie ein Duell. Aber eines, das viel Vertrauen braucht, denn im Zirkus dreht sich vieles um Vertrauen und Risiko. (…) Und das Vertrauen der Zuschauer*innen in die Akrobat*innen, wenn beispielsweise einer mit einem anderen auf seinen Schultern auf uns zuläuft und wir nicht nur von der Körperbeherrschung fasziniert sind, sondern gleichzeitig die Gefahr ihres Verlusts nie ganz ausschließen können.

(…) Es nimmt sein Ende genau dort, wo es angefangen hat. Nur ist nichts mehr so, wie es vor knapp einer Stunde war. Die ruhigen, neugierigen Blicke der Zuschauer*innen am Anfang sind jetzt voller Verwunderung. Die ordentlichen Anzüge der Performer*innen sind nun verschwitzt. (…)

(…) Overhead Projects Verständnis von Tanz und Zirkus und die Fähigkeiten seiner Performer*innen sind eine Bereicherung für die Anhänger*innen beider Disziplinen.